Vollzugsmeldung

Unterdessen habe ich die letzten Pendenzen bereinigt, die Mäander 3 bis 12 sind zweitkorrigiert. Fast in jedem Werkstück habe ich noch einmal eingegriffen. Von kleinen Vertippern über sprachliche Unsorgfältigkeiten bis zu Präzisierungen, Ergänzungen und neuen Nachträgen war vieles zu tun. Nach dem Projektjahr, das heute zum Abschluss kommt, besteht das Stückwerk aus 20 Mäandern respektive 414 Werkstücken. Die Zahl der Nachträge (Stand heute: 291) bleibt provisorisch: Hier kann später noch der eine oder andere dazukommen.

Unterdessen ist klar:

• Das Stückwerk bleibt – wie im «Vorsatz» mehrmals betont – für mich unabschliessbar. – Zum einen bedeutet es ja ein beträchtliches Risiko, ohne Diskussionszusammenhang, ohne Lektorat und ohne Korrektorat zu veröffentlichen. Mehrere Köpfe denken mehr, mehrere Augenpaare sehen mehr. Nie wird, was vorliegt, perfekt präsentiert sein. Zum anderen ist eine wichtige Erfahrung des Projektjahrs die, mein eigenes Denken als tatsächlich mäandernd erlebt zu haben. Gespräche, die audiovisuellen Medien, die Leseerfahrungen schleifen Begriffe fortwährend neu. Es kam vor, dass im letzten Herbst neu Formuliertes im Korrekturumgang bereits nicht mehr standhielt – nicht weil ich es jetzt besser weiss, sondern weil ich es – bei leicht veränderten Begriffsbedeutungen – anders sehe. Redaktionelle Retouchen und neue Nachträge bleiben deshalb weiterhin vorbehalten. Über den zeitlich letzten Eingriff informiert in jedem Werkstück die Datenfusszeile.

• Trotzdem muss ich das Stückwerk nun vorderhand ruhen lassen. – Ausgegangen bin ich von der Annahme, die Werkstücke seien abgeschlossen und, wenn ich nicht mehr meiner Meinung sei, müsste ich sie in jedem Fall mit Nachträgen weiterschrieben. Nun weiss ich, dass es bei der redaktionellen Bearbeitung der Werkstücke eine beträchtliche Grauzone gab zwischen dem Optimieren von Schlechtgesagtem und dem subtilen Abändern oder erklärenden Ergänzen gemachter Aussagen. Die Gefahr, dass ich in dieser Grauzone gut- und immer bessermeinend immer häufiger bloss noch verschlimmbessere, nimmt zu.

Deshalb: Nach einem knappen Jahr – das erste Werkstück des Mäanders 1 habe ich am 3. August 2017 hochgeladen – erkläre ich die Arbeit am Stückwerkprojekt für beendet. Gut, habe ich sie gemacht. Gut, habe ich sie hinter mir. Ich habe den Stückwerk-Lerch überlebt, habe mich während der Projektmonate vorzeitig zum Rentner machen lassen und bin jetzt offen für Neues.

PS: Weitere Logbucheinträge behalte ich mir vor für den Fall, dass das Stückwerk für mich inhaltlich interessante Reaktionen auslöst. Diese würde ich an dieser Stelle dokumentieren, und – wenn nötig – kommentieren.

PPS: Den Link zu diesem Logbucheintrag maile ich zur Information an die Zuständigen von Stadt und Kanton Bern sowie der Burgergemeinde Bern, die dieses Experiment des Stückwerkprojekts freundlicherweise finanziell unterstützt haben.