Abschlussarbeiten: eine Checkliste

Unterdessen habe ich die Redaktionsarbeiten am letzten Mäander aufgenommen. Im Finanzierungsgesuch, das ich Anfang 2017 verschickt habe, sprach ich von «rund 320 ‘Werkstücken’, die provisorisch zu 22 ‘Mäandern’ zusammengestellt» seien. Nun werden es schliesslich exakt 20 Mäander und über 400 Werkstücke sein. Die Zahl der Mäander sank, weil ich erstens den Vorsatz mitzählte und zweitens in drei Fällen je zwei provisorische Mäander zu einem zusammenzog (Mäander 3, 5 und 11), womit es nur noch 18 waren. In zwei Fällen habe ich Material zu Mäandern umgebaut, das bisher nicht zu diesem Projekt gehört hatte (Mäander 12 und 18). So bin ich schliesslich bei der Zahl von 20 Mäandern angekommen.

Neben der Redaktion und dem Hochladen der Werkstücke des abschliessenden Mäanders bleiben drei grössere Arbeiten zu erledigen:

• Vor dem Bau der provisorischen Mäander 2008/09 waren sämtliche Werkstücke einzeln im Ordner «Steinbruch» abgelegt. Beim Herstellen der definitiven Mäander habe ich seit letztem Sommer laufend im «Steinbruch» die erledigten Werkstücke markiert. Das Resultat: Es gibt 33 Pendenzen: zum Teil vergessen gegangene Werkstücke, zum Teil Dokumente mit Aphorismensammlungen, von denen bisher nicht alle verwendet worden sind, zum Teil nach 2009 entstandene Werkstücke, die in den provisorischen Mäandern fehlen. Die grobe Durchsicht zeigt, dass sich aus diesen Pendenzen kein sinnvoller Mäander 21 bauen lässt. Die Texte müssen sinnvollerweise als neue Werkstücke oder Ergänzungen von bereits bestehenden Werkstücken in bestehende Mäander eingebaut werden. Ein fehleranfälliges Gebastel, das Zeit brauchen wird.

• Während der Arbeit am Mäander 13 habe ich endlich begriffen, dass es trotz sorgfältiger Arbeitsweise nötig ist, nach dem Hochladen eines Mäanders alle Werkstücke am Bildschirm noch einmal langsam und laut durchzulesen. Die seitherige Erfahrung zeigt, dass fast bei jedem Werkstück Korrekturen und kleine redaktionelle Eingriffe nötig sind. Zudem wird es bei diesem Arbeitsgang von Fall zu Fall möglich, Links auf Werkstücke zu setzen, die vor einem halben Jahr noch gar nicht online gewesen sind. Dieser Arbeitsgang steht im Moment bei den Mäandern 3-12 noch aus (und ist genau genommen unabschliessbar).

• Das «Stückwerk» ist Teil meiner Textwerkstatt, in der ich weiterhin die dort auf der Hauptseite postulierte «Selbstrekonstruktion als Text» vorantreiben werde. Man findet es dort in der linken Spalte unter «Literarisches»/«Notizen» neben dem Stück «Mezzo del cammin» (1994). Im Moment arbeite ich nebenbei am dritten Teil dieser «Notizen». Er heisst «Ohne eigene Sprache…» und ist der unbescheidene, 1986 Fragment gebliebene Versuch, «meine Poetik» auf den Punkt zu schreiben. Gedacht war diese in kurze Prosaabschnitte gegliederte Arbeit als fortlaufender Text (anders als linear hintereinander gestellt konnte ich mir gestückelte Texte damals noch nicht vorstellen) – trotzdem gehört er für mich systematisch zu den «Notizen». Entsprechend redigiere ich die mit Fussnoten und Bibliografie ziemlich ambitiöse, bereits vorliegende Transkription als fortlaufenden Text. Diesen werde ich nach Abschluss der Redaktionsarbeiten samt einem Editorial als rund 200-seitiges PDF zum ersten Eintrag der Abteilung «Notizen» machen.

Damit wird diese Abteilung dann auf dem aktuellen Stand sein. Ich bin zuversichtlich, diese Arbeiten im Verlauf des Sommers abschliessen zu können.