Zehntes Facebook-Inserat

«Liebe ‘Stückwerk’-Interessierte

Der 16. Mäander ist fertig. Er erinnert an eine Episode der kulturpolitischen Zeitgeschichte: Anfang 1990 haben in der Schweiz zwei innenpolitische Ereignisse kollidiert. Zum einen war die offizielle Schweiz daran, für 1991 die «700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft» zu organisieren. Zum anderen wurde der sogenannte Fichen-Skandal öffentlich, der darin bestand, dass die Schweizerische Bundesanwaltschaft über Jahrzehnte nahezu eine Million SchweizerInnen, AusländerInnen, politische Organisationen und nicht zuletzt viele Kulturschaffende unter geheimdienstliche Beobachtung gestellt hatte.

In dieser Situation organisierten die AutorInnen und Autoren Gruppe Olten und die Wochenzeitung WoZ, wo ich als Redaktor arbeitete, einen Boykott der Kulturschaffenden gegen das Ansinnen des Staates, dass die Beschnüffelten mithelfen sollten, den Schnüffelstaat zu feiern. Ich selber wurde vom WoZ-Kollektiv ins sogenannte Kulturboykottkomitee delegiert. So schrieb ich zum einen Zeitungsartikel, die man in der WoZ nachlesen kann (siehe hier). Zum andern schrieb ich Administratives und Konzeptionelles für das Boykottkomitee, was man im Sozialarchiv in Zürich einsehen kann (WoZ-‘Dokumentation Kulturboykott/CH91’). Und schliesslich machte ich mir in Feierabendtexten ab und zu Gedanken über das, was ich damals aktiv unterstützte.

Aus letzteren Texten besteht der 16. Mäander. Schaut doch mal vorbei.»

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Nach diesem Eintrag ergab sich ein spannender Chat mit Alex Gfeller, der im Logbucheintrag «Die Untergegangenen der Gruppe Olten» endete. Auf das Inserat und den daraus entstandenen zusätzlichen Eintrag gaben folgende Leute eine Rückmeldung: Christian Balke, Damian Bugmann, Marianne Derron Corbellari, Sibylle Elam, Alex Gfeller, Stefan Keller, Adrian Linder, Christian Lüthi, Venanz Nobel, Elio Pellin, Heidi Ramseier, Werner Rohner, Fritz Schemmer, Kristin T. Schnider, Nina Seiler, Werner Seitz, Hans Ueli Siegenthaler, Peter Sigerist, Margareta Sommer, Ursula Stingelin.